Ralph Boes, einer der größten Grundeinkommensaktivisten sanktionshungert seit gestern. Als Ralph Boes diesen BRANDBRIEF schrieb, bekam er als Antwort eine 90% Sanktion auf seine Leistungen. Nun muß/soll er von 37,40 EUR im Monat Leben. Daraufhin hat sich Ralph Boes entschieden in den Hungerstreik zu treten. Ich werde hier seinen Erfahrungsbericht posten. Dieser Mann braucht unsere Unterstützung. Er tritt für die würde des Menschen ein und er ist ein Kämpfer für uns alle. Ralph, ich danke dir.

01.11.2012:
Ertsre Tag des Sanktionshungerns:
Zustand: gute Laune. Etwas Panik vor all der Arbeit, die jetzt dräut. Erinnerung an die gespenstischen Empfindungen, als ich letzten Samstag „das letzte Mal“ beim Aldi einkaufen war. „Das letzte Mal“ hat immer etwas eigentümliches. So voller Sehnsucht, Wehmut – plötzlich war selbst der Aldi für mich schön und „Heimat“ und ganz „nah“!

Heute ist aber „das erste Mal“ 🙂

Beim Ausleeren des Kühlschrankes und der Küchenschränke ein großes Lächeln – dasselbe habe ich letztens, nach dem Tod meiner Eltern, auch in deren Haushalt schon gemacht. (Falls jemand hier für mein Lächeln kein Verständnis hat: Ich habe meine Eltern sehr geliebt – aber Sterben ist in einem gewissen Alter auch gesund.)
Reinigung, Klärung, alles neu ergreifen ist jetzt mein Sinn.
Gewicht: 86,5 kg.
Auf meinem Schreibtisch ganz ungesund ein ganz dünn gekochter schwacher Kaffee. 🙂
Sanktionshungern, Tag 2:
Gutes Erwachen nach kurzem Schlaf. Leichter Kopfschmerz.
Gewicht: 85,5 kg
Erstaunen, dass es gestern so fast ohne Schwierigkeiten ging. Wegen des vielen Trinkens: Kein Ruf des Hungers. In Körper und Seele ist eine gewisse Stille eingetreten. Ich konnte sogar D. zum Essen zum Chinesen begleiten. Auf mein klitzekleines Betteln: „Kann ich wenigstens ’ne Cola trinken?“ kam kühl die Antwort: „Ralph, du hast kein Geld!“
Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr 🙂
Danke D., Du bist super! 🙂 🙂 🙂